Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die Zinssätze unverändert gelassen, wie erwartet, und damit die Hoffnung auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik gedämpft. Der Leitzins bleibt bei 4,50 Prozent, der Zinssatz für die Einlagefazilität bei 4,00 Prozent und der für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 4,75 Prozent.
Die EZB begründete ihre Entscheidung mit der anhaltenden Inflation, die zwar rückläufig ist, aber weiterhin über dem Zielwert von 2 Prozent liegt. Die Wirtschaftsaktivität in der Eurozone zeigte sich zuletzt schwach, was die Entscheidung der Zentralbank zusätzlich erschwerte.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte auf der anschließenden Pressekonferenz, dass die Datenlage eine Zinssenkung derzeit nicht rechtfertige. Sie verwies auf die Unsicherheiten im Hinblick auf die geopolitische Lage und die Energiepreise.
Analysten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet und erwarten nun, dass die EZB frühestens im Sommer mit Zinssenkungen beginnen wird, abhängig von der weiteren Inflationsentwicklung und dem Wirtschaftswachstum.