Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die Zinssätze unverändert gelassen, wie erwartet, und damit die erste Pause in einer beispiellosen Serie von Zinserhöhungen seit Juli 2022 eingelegt.
Die EZB beließ ihren Leitzins bei 3,75 Prozent, den höchsten Stand seit 2001. Die Zinssätze für die Einlagefazilität und die Spitzenrefinanzierungsfazilität blieben ebenfalls unverändert bei 3,25 Prozent bzw. 4,00 Prozent.
Die Entscheidung fiel inmitten wachsender Anzeichen dafür, dass die Inflation in der Eurozone ihren Höhepunkt überschritten hat, obwohl die EZB betonte, dass die Inflation immer noch zu hoch sei und über einen längeren Zeitraum auf das Ziel von 2 Prozent sinken werde.
„Die Inflation ist immer noch zu hoch und wird voraussichtlich noch längere Zeit über unserem Zielwert bleiben“, sagte die EZB in einer Erklärung. „Der EZB-Rat ist entschlossen, die Inflation zeitnah auf ihr mittelfristiges Inflationsziel von 2 Prozent zurückzuführen.“
Die EZB hat die Zinssätze seit Juli 2022 in einer beispiellosen Serie von Zinserhöhungen um insgesamt 400 Basispunkte angehoben, um die Inflation zu bekämpfen, die im Oktober 2022 einen Höchststand von 10,6 Prozent erreichte.
Die Inflation ist seitdem zurückgegangen, lag aber im September immer noch bei 4,3 Prozent.
Die EZB hat auch ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone gesenkt und erwartet nun, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 0,9 Prozent und im nächsten Jahr um 1,0 Prozent wachsen wird.
Die Entscheidung der EZB, die Zinssätze unverändert zu lassen, wurde von den Märkten erwartet. Die Renditen der Staatsanleihen der Eurozone stiegen nach der Ankündigung leicht an, während der Euro gegenüber dem US-Dollar leicht fiel.
Die EZB wird ihre nächste Zinssitzung am 14. Dezember abhalten.