Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die Zinssätze unverändert gelassen, wie erwartet, und damit die Hoffnung auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik gedämpft. Der Leitzins bleibt bei 4,50 Prozent, der Zinssatz für die Einlagefazilität bei 4,00 Prozent und der für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 4,75 Prozent.

Die Entscheidung der EZB folgt auf eine Reihe von Zinserhöhungen, mit denen die Zentralbank versucht hat, die Inflation im Euroraum einzudämmen. Obwohl die Inflation zuletzt Anzeichen einer Verlangsamung gezeigt hat, bleibt sie laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde über dem Zielwert von 2 Prozent.

„Wir müssen sicherstellen, dass die Inflation nachhaltig auf unser mittelfristiges Ziel von 2 Prozent zurückkehrt“, sagte Lagarde auf der Pressekonferenz nach der Ratssitzung. Sie betonte, dass die EZB weiterhin datenabhängig vorgehen werde und bereit sei, die Geldpolitik bei Bedarf anzupassen.

Die EZB hat ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone leicht nach unten korrigiert. Für 2024 wird nun ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent erwartet, gegenüber 0,9 Prozent in der vorherigen Prognose. Für 2025 wird ein Wachstum von 1,5 Prozent prognostiziert.

Die Entscheidung der EZB wurde von den Finanzmärkten weitgehend erwartet. Die Renditen von Staatsanleihen im Euroraum zeigten nach der Bekanntgabe nur geringe Reaktionen. Der Euro gab leicht nach.

Analysten erwarten, dass die EZB die Zinsen noch einige Zeit auf dem aktuellen Niveau halten wird, bevor sie mit Zinssenkungen beginnt. Der genaue Zeitpunkt für eine erste Zinssenkung bleibt ungewiss und wird von der weiteren Entwicklung der Inflation und des Wirtschaftswachstums abhängen.