Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die Zinssätze zum ersten Mal seit 2011 gesenkt, da die Inflation im Euroraum nachlässt und die Wirtschaft des Blocks Anzeichen einer Verlangsamung zeigt.

Der Leitzins wurde um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent gesenkt, während die Einlagefazilität auf 3,25 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz auf 4,00 Prozent reduziert wurden.

Die Entscheidung wurde von den meisten Analysten erwartet, die darauf hingewiesen hatten, dass die EZB angesichts des nachlassenden Inflationsdrucks und der schwachen Konjunkturaussichten unter Zugzwang stand.

Die EZB hatte die Zinssätze im September 2022 angehoben, um die Inflation zu bekämpfen, die im letzten Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen war. Seitdem hat die Inflation jedoch nachgelassen und liegt nun unter dem Ziel der EZB von 2 Prozent.

Die Wirtschaft des Euroraums hat sich in den letzten Monaten ebenfalls verlangsamt, wobei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im letzten Quartal nur um 0,1 Prozent gewachsen ist.

Die Zinssenkung der EZB wird voraussichtlich die Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher senken und damit die Wirtschaftstätigkeit ankurbeln.

Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Zinssenkung die Inflation wieder auf das Ziel der EZB von 2 Prozent zurückbringen wird. Die EZB hat erklärt, dass sie die Zinssätze weiter senken wird, wenn die Inflation niedrig bleibt.