Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die Zinssätze unverändert gelassen, wie erwartet, und signalisierte, dass eine Zinssenkung im Juni wahrscheinlich ist, da die Inflation in der Eurozone weiter zurückgeht.
Der Leitzins für die Eurozone bleibt bei 4,50 Prozent, während die Einlagefazilität bei 4,00 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 4,75 Prozent liegen.
Die EZB hat die Zinssätze seit September 2023 nicht mehr angehoben, nachdem sie sie in einem beispiellosen Tempo angehoben hatte, um die Inflation zu bekämpfen, die im Oktober 2022 einen Höchststand von 10,6 Prozent erreichte.
Die Inflation in der Eurozone ist im März auf 2,4 Prozent gesunken, was dem niedrigsten Stand seit Juli 2021 entspricht. Die EZB erwartet, dass die Inflation im Jahr 2024 durchschnittlich 2,3 Prozent und im Jahr 2025 2,0 Prozent betragen wird.
Die EZB hat auch ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone angehoben und erwartet nun, dass die Wirtschaft im Jahr 2024 um 0,6 Prozent und im Jahr 2025 um 1,5 Prozent wachsen wird.
Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte auf einer Pressekonferenz, dass die EZB die Inflation weiterhin genau beobachten werde und bereit sei, die Zinssätze bei Bedarf anzupassen. Sie fügte hinzu, dass eine Zinssenkung im Juni wahrscheinlich sei, aber die EZB werde ihre Entscheidung auf der Grundlage der eingehenden Daten treffen.
Die Ankündigung der EZB wurde von den Finanzmärkten positiv aufgenommen, da sie die Erwartungen einer Zinssenkung im Juni bestärkte. Die Aktienmärkte stiegen, während die Anleiherenditen fielen.