Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die Zinssätze unverändert gelassen, wie von den meisten Analysten erwartet, und signalisierte, dass sie eine Pause bei der Zinserhöhung einlegt, um die Auswirkungen der bisherigen Straffung zu bewerten.

Der Hauptrefinanzierungssatz bleibt bei 4,50 Prozent, der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 4,75 Prozent und der Zinssatz für die Einlagefazilität bei 4,00 Prozent.

Die EZB hat die Zinsen seit Juli 2022 in einem beispiellosen Tempo angehoben, um die Inflation einzudämmen, die im Euroraum im Oktober 2022 einen Höchststand von 10,6 Prozent erreichte. Die Inflation ist seitdem gesunken, lag aber im November immer noch bei 2,4 Prozent, was deutlich über dem Ziel der EZB von 2 Prozent liegt.

In einer Erklärung nach ihrer geldpolitischen Sitzung erklärte die EZB, dass die Zinssätze auf einem Niveau liegen, das „bei ausreichender Dauer“ einen erheblichen Beitrag zur Rückkehr der Inflation zum mittelfristigen Ziel leisten wird.

„Die fortgesetzte Zinsanhebung ist eine Reaktion auf die Inflationsaussichten“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf einer Pressekonferenz. „Wir werden die Daten genau beobachten und unsere Politik entsprechend anpassen.“

Die EZB hat auch ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone gesenkt und rechnet nun mit einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent im Jahr 2023 und 0,9 Prozent im Jahr 2024, gegenüber früheren Prognosen von 0,9 Prozent bzw. 1,5 Prozent.

Die Entscheidung der EZB, die Zinsen unverändert zu lassen, wurde von den Finanzmärkten weitgehend erwartet. Die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone stiegen nach der Ankündigung leicht an, während der Euro gegenüber dem Dollar leicht nachgab.

Analysten zufolge wird die EZB die Inflation und das Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten genau beobachten, bevor sie weitere geldpolitische Entscheidungen trifft.

„Die EZB steht vor einem schwierigen Balanceakt“, sagte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei ING. „Sie muss die Inflation weiter bekämpfen, ohne die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen.