Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die Zinssätze unverändert gelassen, wie von den meisten Analysten erwartet. Der Leitzins bleibt bei 4,50 Prozent. Die EZB hat die Zinsen seit September 2023 nicht mehr angehoben.
Die Entscheidung wurde auf der turnusmäßigen geldpolitischen Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt getroffen. Die EZB begründete ihre Entscheidung mit der anhaltenden Unsicherheit über die Inflationsentwicklung.
„Wir beobachten die Inflationsentwicklung weiterhin genau“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf einer Pressekonferenz. „Wir sind zuversichtlich, dass die Inflation mittelfristig unser Ziel von 2 Prozent erreichen wird.“
Die EZB hat die Zinsen seit Juli 2022 in einer beispiellosen Serie von Zinserhöhungen angehoben, um die Inflation zu bekämpfen, die im Euroraum auf ein Rekordhoch gestiegen war. Die Zinserhöhungen haben dazu beigetragen, die Inflation zu senken, aber sie haben auch das Wirtschaftswachstum gebremst.
Die EZB hat angedeutet, dass sie die Zinsen möglicherweise im Laufe des Jahres 2024 senken könnte, wenn sich die Inflation weiter abschwächt. Die genauen Zeitpunkt und Umfang möglicher Zinssenkungen hängen jedoch von der weiteren Entwicklung der Wirtschaftsdaten ab.
Die Entscheidung der EZB hat an den Finanzmärkten nur geringe Reaktionen hervorgerufen. Die Aktienmärkte blieben stabil, und die Anleiherenditen stiegen nur leicht an.
Die EZB ist die Zentralbank der 20 Länder der Europäischen Union, die den Euro als Währung verwenden. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten.



