Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die Zinssätze unverändert gelassen, wie von Analysten erwartet, und damit die Hoffnung auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik gedämpft.

Der Leitzins für die Eurozone bleibt bei 4,50 Prozent, der Zinssatz für die Einlagefazilität bei 4,00 Prozent und der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 4,75 Prozent.

Die EZB hatte die Zinsen im September auf das aktuelle Niveau angehoben und seitdem auf weiteren Sitzungen keine Änderungen vorgenommen. Die Entscheidung vom Donnerstag war einstimmig.

In ihrer Erklärung verwies die EZB auf die anhaltende Inflation, die zwar gesunken ist, aber immer noch über dem Zielwert von 2 Prozent liegt. Die Kerninflation, die die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise ausschließt, zeigte sich ebenfalls hartnäckig.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte auf einer Pressekonferenz, dass die Inflation noch nicht auf einem ausreichend niedrigen Niveau sei, um eine Zinssenkung zu rechtfertigen. Sie fügte hinzu, dass die EZB die Daten genau beobachte und bereit sei, alle ihre Instrumente anzupassen, um sicherzustellen, dass die Inflation mittelfristig auf ihr Ziel von 2 Prozent zurückkehre.

Die Entscheidung der EZB steht im Einklang mit der US-Notenbank (Fed), die ebenfalls auf ihrer jüngsten Sitzung die Zinsen unverändert gelassen hat.

Die Märkte hatten bereits mit einer Beibehaltung der Zinssätze gerechnet, aber die Aussagen von Lagarde deuteten darauf hin, dass eine Zinssenkung nicht unmittelbar bevorsteht. Analysten erwarten nun, dass die EZB die Zinsen möglicherweise erst im zweiten Halbjahr 2024 senken wird.

Die anhaltend hohen Zinsen belasten die Wirtschaft der Eurozone, die sich in einer Phase des schwachen Wachstums befindet. Die EZB steht vor der Herausforderung, die Inflation zu bekämpfen, ohne die Wirtschaft weiter abzuwürgen.

Die nächste Zinssitzung der EZB findet am 6. Juni statt.