Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die Zinssätze unverändert gelassen, wie von den meisten Analysten erwartet. Der Leitzins bleibt bei 0,00 Prozent, der Zinssatz für die Einlagefazilität bei -0,50 Prozent und der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 0,25 Prozent.

Die EZB hat auch ihr Anleihekaufprogramm (APP) beibehalten, das monatliche Nettoankäufe von 20 Milliarden Euro vorsieht. Die Wiederanlage fällig werdender Tilgungsbeträge aus dem APP wird weiterhin für einen längeren Zeitraum nach Beginn der Zinserhöhungen durch den EZB-Rat und im Bedarfsfall über diesen hinaus fortgesetzt.

Die EZB hat ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum und die Inflation in der Eurozone angehoben. Für 2022 erwartet die Zentralbank nun ein BIP-Wachstum von 3,7 Prozent, gegenüber 3,2 Prozent in der vorherigen Prognose. Die Inflation wird für 2022 bei 5,1 Prozent erwartet, gegenüber 4,6 Prozent.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte auf einer Pressekonferenz, dass die EZB bereit sei, alle ihre Instrumente anzupassen, um die Inflation auf ihr mittelfristiges Ziel von 2 Prozent zurückzuführen. Sie betonte, dass die EZB die Inflation sehr ernst nehme und entschlossen sei, ihre Preisstabilität zu gewährleisten.

Die EZB hat auch angekündigt, dass sie die Bedingungen für ihre gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTROs) anpassen wird. Die Zinssätze für die TLTROs werden ab dem 23. Juni 2022 an die Leitzinsen gekoppelt.

Die Entscheidung der EZB, die Zinssätze unverändert zu lassen, wurde von den Märkten weitgehend erwartet. Die Anhebung der Wachstumsprognosen und die Betonung der Inflationsbekämpfung deuten jedoch darauf hin, dass die EZB bereit ist, die Geldpolitik in Zukunft zu straffen, falls die Inflation weiter steigt.